Zwischen Anspruch und Realität: Mein erster Monat als Solution Consultant bei Planisware
- Fio Yuxuan Wu

- 29. März
- 3 Min. Lesezeit
Die ersten Monate in einem neuen Job sind selten einfach. Vor allem dann nicht, wenn man als Solution Consultant in einem komplexen, anspruchsvollen Umfeld startet.
Heute, nach meinem ersten Monat bei Planisware, merke ich: Es geht weniger darum, sofort gut zu sein – sondern darum, zu lernen, wie man richtig lernt.
Ein Umfeld, das man sich eigentlich nur wünschen kann
Was mich von Anfang an beeindruckt hat, ist die Atmosphäre im Unternehmen.
Ein offenes, respektvolles Miteinander. Kolleg:innen, die sich Zeit nehmen, Dinge zu erklären. Ein strukturierter, aber gleichzeitig abwechslungsreicher Einstieg mit Trainings, Simulationen und echten Projekteinblicken.
Dazu kommen spannende Events und ein Team, das nicht nur fachlich stark ist, sondern auch menschlich nahbar.
Eigentlich perfekte Bedingungen.
Und genau deshalb kam bei mir ein unerwartetes Gefühl auf: Warum fühle ich mich trotzdem nicht so, wie ich es erwartet habe?
Der innere Konflikt: Wenn Lernen sich wie Zurückfallen anfühlt
Während andere scheinbar schnell vorankommen, hatte ich oft das Gefühl:
Ich brauche länger, um Dinge zu verstehen
Ich stelle mehr Fragen als andere
Ich bin weniger effizient
Mein Fortschritt ist langsamer
Besonders schwierig war dabei nicht das Lernen selbst, sondern das Gefühl dahinter:
Scham. Scham darüber, Hilfe zu brauchen. Scham darüber, nicht direkt „liefern“ zu können. Scham darüber, (noch) nicht die Person zu sein, die ich eigentlich sein möchte.
Und irgendwann kam ein Punkt, an dem sich das nicht mehr nur wie Unsicherheit angefühlt hat, sondern wie eine Blockade.
Eine wichtige Erkenntnis: Das Problem ist nicht Fähigkeit, sondern System
Mit etwas Abstand habe ich gemerkt:
Das eigentliche Problem war nicht, dass ich „nicht gut genug“ bin. Sondern, dass mir noch ein klares System fehlt, um Wissen in Anwendung zu überführen.
Ich habe viel verstanden – aber zu wenig aktiv verarbeitet. Ich habe zugehört – aber zu selten strukturiert gedacht.
Und genau dort liegt der Unterschied.
Vom passiven Verstehen zum aktiven Anwenden
Ich bin noch nicht an dem Punkt, an dem ich sagen kann: „Ich habe das gelöst.“
Aber ich beginne zu verstehen, in welche Richtung die Veränderung gehen muss.
Was ich aktuell für mich entwickle, ist ein einfaches Framework:
Bei jedem neuen Thema frage ich mich:
Was ist das eigentliche Problem?
Wie funktioniert die Lösung auf einer grundlegenden Ebene?
In welcher Situation würde ich das anwenden?
Die Herausforderung ist dabei nicht das Aufschreiben dieser Fragen – sondern, sie konsequent im Alltag anzuwenden.
Genau daran arbeite ich gerade.
Lernen im Consulting ist kein Wettbewerb
Ein weiterer Perspektivwechsel, den ich gerade versuche zu verinnerlichen:
Ich muss aufhören, mich mit anderen zu vergleichen.
Denn Fortschritt ist nicht sichtbar gleich verteilt.
Manche wirken schneller – verstehen aber oberflächlicher. Manche sind ruhiger – bauen dafür ein tieferes Verständnis auf. Beides hat seinen Platz.
Ich merke, dass ich noch oft in Vergleiche rutsche. Aber ich versuche, mich immer wieder daran zu erinnern:
Die einzige relevante Frage ist: Bin ich heute klarer als gestern?
Hilfe annehmen ist kein Zeichen von Schwäche
Ein Gedanke, der mich lange blockiert hat, war:
„Wenn ich viel frage, bin ich weniger kompetent.“
Ich weiß rational, dass das nicht stimmt. Dass gute Consultants Fragen stellen, um zu verstehen. Aber emotional fühlt es sich oft noch anders an.
Deshalb ist das für mich kein „gelöstes Thema“, sondern etwas, an dem ich bewusst arbeite:
Hilfe nicht als Schwäche zu sehen – sondern als Teil des Lernprozesses.
Der Unterschied liegt darin, wie man fragt:
Nicht passiv, sondern mit eigener Struktur und Gedanken.
Kleine Schritte, große Wirkung
Ich habe noch nichts grundlegend verändert –aber ich beginne, meinen Ansatz neu auszurichten.
Was ich mir aktuell vornehme:
Nicht alles auf einmal verstehen wollen, sondern jeden Tag eine Sache wirklich begreifen
Nicht perfekt sein wollen, sondern klar denken
Nicht sofort viel beitragen müssen, sondern Schritt für Schritt sichtbarer werden
Diese Punkte sind noch kein Ergebnis – sondern eine Richtung.
Wo ich heute stehe
Ich bin noch am Anfang.
Ich fühle mich oft unsicher. Ich vergleiche mich noch zu viel. Ich bin noch nicht so strukturiert und effizient, wie ich es gerne wäre.
Aber ich habe begonnen, mein eigenes Lernen zu hinterfragen.
Und vielleicht ist genau das der erste echte Schritt.
Meine Ziele:
Ich denke strukturierter
Ich verstehe Zusammenhänge besser
Ich traue mich mehr, meine Gedanken auszusprechen
Und vor allem: Ich bin nicht mehr blockiert – sondern in Bewegung.
Fazit: Wachstum fühlt sich selten gut an – aber es ist echt
Die ersten Monate sind kein Test, den man bestehen muss. Sie sind ein Prozess, den man verstehen muss.
Ich bin noch nicht dort, wo ich sein möchte. Ich habe vieles noch nicht verändert.
Aber ich habe angefangen, bewusst hinzuschauen. Und vielleicht ist das der Anfang von allem.
Und manchmal bedeutet Fortschritt nicht, schneller zu sein. Sondern dranzubleiben, auch wenn es sich schwer anfühlt.
Wenn ich eine Sache mitnehme, dann diese:
Ich bin nicht „hinten dran“. Ich bin im Aufbau.
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